Die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) AG verfolgt einen ressourcenorientierten BGM-Ansatz, der insbesondere den berufsspezifischen Anforderungen gerecht werden soll.
Bei der VBL AG arbeiten von insgesamt 600 rund 450 Mitarbeitende im Fahrdienst; dazu kommen Kundenbegleiter und -begleiterinnen, das Kundencenter und die Fahrschule, die technischen Abteilungen, die Leitstelle sowie Supportfunktionen wie Disposition, Planung, Marketing und HR.
«Wir haben eine breite Vielfalt an Berufsgruppen – alle mit dem gleichen Ziel, dass wir den öffentlichen Verkehr in der Stadt Luzern und Umgebung zuverlässig sicherstellen», sagt Sara Barmettler, Verantwortliche für Betriebliches Gesundheitsmanagement und Personalentwicklung bei der VBL AG. Fällt jemand aus, spürt das der Betrieb sofort. Zwar können betriebsnahe Funktionen einspringen und einen Bus lenken. «Aber logisch, wir wollen lieber in die Gesundheit investieren, um das zu vermeiden.»
Dass es mit einem Angebotskatalog der Gesundheitsförderung allein nicht getan ist, sieht man auch hier so: «Wenn die Beziehung zum Vorgesetzten nicht stimmt, dann verpuffen Massnahmen wie ein Fitnessabo oder ein Früchtekorb.»
Bei den Angeboten setzt die VBL AG bei den physischen wie mentalen Ressourcen an: Beteiligung am Fitness-Abo, Inhouse-Massagen oder Ergonomieberatungen.
Gerade im Fahrdienst, wo viel gesessen werde, seien die entsprechenden physischen Ressourcen wichtig. Videos zeigen Kraft- und Dehnübungen für kurze Pausen, etwa an den Haltestangen im Bus. Wichtig sei, dass alle die Angebote nutzen könnten, unabhängig von den Arbeitszeiten.
In den obligatorischen Kursen gemäss Chauffeurzulassungsverordnung (CZV) vertiefen sich Berufsfahrerinnen und -fahrer in die für sie wichtigen Themen wie Ernährung im Schichtmodell, Umgang mit Stress oder schwierige Situationen mit der Kundschaft.
Ergänzend gibt es freiwillige Angebote, wo Mitarbeitende ihr Wissen zu spezifischen Themen wie mentale Gesundheit vertiefen können. Wer mehr braucht, findet auch das: eine externe Sozialberatungsstelle oder den Ferienkauf für längere Erholungsphasen.
Gesundheit als Führungsthema
«Gleichzeitig wissen wir, dass solche Gesundheitsangebote alleine nicht reichen», sagt Barmettler. «Letztlich geht es um die Arbeitsbedingungen, die gesundheitsförderlich sein sollen.» Ein prominentes Beispiel ist der Wunschdienstplan im Fahrdienst: Mitarbeitende sollen ihre Arbeit möglichst flexibel an ihre persönlichen Bedürfnisse und Lebenssituationen anpassen können. Wer beispielsweise an bestimmten Tagen mehr Zeit für private Verpflichtungen benötigt, soll dies berücksichtigen können. Andere wiederum arbeiten lieber am Wochenende und geniessen dafür ihre Freizeit unter der Woche.
Kennzahlen wie Fluktuation, Produktivität und Absenzen erfasst die VBL AG systematisch. Dabei geht es nicht darum, Einzelne zu kontrollieren, sondern Entwicklungen früh zu erkennen. Welche Massnahme wie viel zu einer bestimmten Entwicklung beitrage, lasse sich allerdings nicht auseinanderdividieren, sagt Barmettler: «Man kann nicht sagen, tiefe Absenzen kommen vom Fitnessabo.» Angebote, Kultur und Führung wirkten zusammen.
Was man in den Zahlen nicht sieht, zeigt sich im direkten Kontakt. Führungskräfte bei der VBL AG sollen nah genug an ihren Leuten dran sein, um zu merken, wenn es jemandem nicht gut geht. Dann werde das Gespräch gesucht: «Es ist wichtig nachzufragen, wie es der Person geht und wie wir sie unterstützen können.» Was folgt, richtet sich nach der Antwort: eine entlastende Planung, ein anderer Dienst – oder die externe Beratung. Damit Führungskräfte das können, investiert die VBL AG in die Personal- und Führungsentwicklung: Wie geht man damit um, wenn sich jemand verändert, regelmässig ausfällt oder einen Schicksalsschlag erlebt? All das setzt Vertrauen voraus. Gesundheit sei ein sehr persönliches Thema und niemand müsse sagen, wie es ihm wirklich gehe, so Barmettler; aber wo die Beziehung stimme, erzählten die Leute von sich aus – und dann könne man konkret unterstützen.
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