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Auffangeinrichtung verwaltet kontaktlose 5.6 Milliarden

Montag, 23. Januar 2023
5.6 Mrd. Franken: So viel nicht nachgefragtes Kapital liegt bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG. Die Inhaberinnen und Inhaber sind der Einrichtung zwar bekannt, aber nicht deren Adresse. Vergessen oder gar verloren sind diese Pensionskassenguthaben deswegen aber nicht.

Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG verwaltet 1.4 Millionen Freizügigkeitskonten. 62% davon waren Ende 2022 kontaktlos. Auf diesen Konten liegen 5.6 Mrd. Franken, 34% der Vermögen von insgesamt verwalteten 16.2 Mrd. Franken.

Nicht vergessen

Kontaktlos bedeute aber nicht vergessen, stellt Séverine Jagmetti, Sprecherin der Stiftung Auffangeinrichtung, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA klar. Meist fänden Gelder und Besitzerinnen und Besitzer irgendwann wieder zusammen. Denn Sozialversicherungsnummer, Name und Geburtsdatum der Eigentümer seien der Stiftung grundsätzlich bekannt. Nur die Adresse fehle oder sei nicht mehr aktuell. Das bedeute aber nicht, dass die Eigentümer von ihrem Sparkapital nichts wüssten.

Kontaktlos kann Kapital werden, wenn Angestellte eine Stelle aufgeben und nicht sofort wieder eine neue antreten. Dann wird ihr Sparkapital der 2. Säule auf ein Freizügigkeitskonto bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG überwiesen, frühestens ein halbes Jahr nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses. Bei diesem Übertrag würden der Stiftung oft schon nicht mehr aktuelle Adressen gemeldet, führte Jagmetti aus. Oder Besitzer von Freizügigkeitskonten meldeten der Stiftung einen Umzug nicht. Doch spätestens wenn die Eigentümer der Freizügigkeitskonten ihre erste AHV-Rente erhielten, werde ihre aktuelle Adresse bekannt.

Gründe für Zunahme unbekannt

Vor rund sieben Jahren hatte die Stiftung Auffangeinrichtung BVG noch von vergessenen 3.2 Mrd. Franken berichtet. Inzwischen sind es 2.4 Mrd. Franken mehr. Wie die Freizügigkeitsguthaben an sich seien auch die kontaktlosen Guthaben gewachsen, sagte Jagmetti nun. Das Verhältnis bei der Zunahme sei stabil. Über die Gründe, weshalb es immer mehr kontaktlose Konten gibt, lasse sich nur mutmassen, sagte die Sprecherin. Die Stiftung verfüge über keine Daten dazu. Mögliche Ursachen seien das nach wie vor junge Alter der beruflichen Vorsorge, die Mobilität und auch kleine oder nur während kurzer Zeit ausgeübte Jobs.

Kontaktlos sind nach Jagmettis Angaben zudem vorwiegend kleine Summen. Auf rund drei von vier dieser Konten liegt ein Kapital von unter 5000 Franken.

Nachforschungen möglich

Die Stiftung verwaltet kontaktlose Guthaben bis höchstens zehn Jahre nach dem Erreichen des AHV-Alters der Eigentümer. Wird das Geld bis dahin nicht abgeholt, muss es dem Sicherheitsfonds BVG überwiesen werden. Die Besitzerinnen und Besitzer können aber bis zu ihrem hundertsten Geburtstag ihren Anspruch geltend machen.

Bei der dem Sicherheitsfonds BVG angegliederten Zentralstelle 2. Säule können Interessierte im Übrigen jederzeit selbst nachforschen, ob es unter ihrem Namen oder auch zugunsten von anderen Personen vergessene Guthaben der 2. Säule gibt. Auch nach Todesfällen können Anfragen gemacht werden.

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